Rürup oder bAV: Vorsorge aus der Abfindung
Ein Teil der Steuerlast auf die Abfindung lässt sich vermeiden, indem du im selben Jahr in deine Altersvorsorge einzahlst. Zwei Wege werden dabei am häufigsten genannt: die Rürup-Rente (auch Basisrente) und die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Beide senken deine Steuer — aber auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Haken.
Warum das im Abfindungsjahr interessant ist
Im Jahr der Abfindung ist dein Einkommen — und damit dein Grenzsteuersatz — besonders hoch. Jeder Euro, den du steuermindernd unterbringst, ist in diesem Jahr mehr wert als in einem normalen Jahr. Vorsorgebeiträge, die sonst nur einen mäßigen Effekt hätten, können jetzt einen spürbaren Steuervorteil bringen.
Die Rürup-Rente (Basisrente)
Die Rürup-Rente schließt du privat ab — unabhängig vom Arbeitgeber. Das macht sie zur naheliegenden Option, wenn du das Unternehmen ohnehin verlässt. Die Beiträge kannst du als Sonderausgaben absetzen; ein hoher Anteil davon mindert direkt dein zu versteuerndes Einkommen.
Der Haken: Das Kapital ist streng gebunden. Es gibt keine Kapitalauszahlung und keine Vererbung im klassischen Sinn — nur eine lebenslange Rente ab dem Rentenalter. Rürup lohnt sich also vor allem, wenn du den Betrag langfristig entbehren kannst.
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Die bAV läuft über den Arbeitgeber. Solange das Arbeitsverhältnis besteht, ist eine Einzahlung aus der Abfindung in bestimmten Grenzen steuerlich attraktiv. Nach dem Austritt wird es komplizierter: Ob und wie du die bAV weiterführen oder aufstocken kannst, hängt stark vom konkreten Vertrag und Zeitpunkt ab.
| Rürup-Rente | bAV | |
|---|---|---|
| Träger | Privat, arbeitgeberunabhängig | Über den Arbeitgeber |
| Nach dem Austritt | Uneingeschränkt nutzbar | Nur eingeschränkt / je nach Vertrag |
| Auszahlung | Nur als lebenslange Rente | Je nach Zusage Rente oder Kapital |
| Flexibilität | Kapital stark gebunden | Abhängig vom Tarif |
Die entscheidende Abwägung: Steuer heute vs. Liquidität morgen
Vorsorge aus der Abfindung ist verlockend, weil der Steuervorteil sofort sichtbar ist. Aber das Geld ist dann für Jahrzehnte gebunden. Wer die Abfindung als Puffer für die Zeit ohne Gehalt braucht — zur Überbrückung, für laufende Kosten oder eine geplante Investition — sollte nicht zu viel festlegen.
Faustregel: Erst den Liquiditätsbedarf für die nächsten zwei bis drei Jahre sichern, dann prüfen, welcher Betrag darüber hinaus langfristig in die Vorsorge fließen kann. Genau diese Reihenfolge bildet dein Abfindungs-Guide ab.
Dieser Artikel erklärt die Grundlagen und ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Welcher Weg zu deiner Situation passt, hängt von deiner Liquidität, deinem Alter und deinen Plänen ab — dein Abfindungs-Guide ordnet das für dich ein.